Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pilzbefall - Hygienemassnahmen
Gabrielle
13.08.2010, 15:10
Hallo :-)
Dies ist eine theoretische Frage - ich moechte mich informieren, bevor ich mich entscheide, einen betroffenen Hamster und einen weiteren gesunden zu uebernehmen.
Wie ist das bei Pilzbefall und Mehrhamsterhaltung - wie ansteckend ist das? Welche Hygienemassnahmen muessen getroffen werden?
Ich las bei Ewringman, dass viele Hamster Traeger sind, aber keine Symptome zeigen. Ist eine Pilzinfektion eine Kontaktkontamination (nennt man das so?) oder kann dies auch so durch die Luft uebertragen werden? Also wird jeder Hamster im gleichen Raum zumindestens Traeger?
Als Ursache wird falsche Haltung und Ernaehrung genannt, ein geschwaechtes Immunstystem. Ist dem immer so? Also bei "nur Traegern" wuerde die Infektion ausbrechen, sobald etwas den Organismus belastet wie z.B. erhoehtes Alter? Sollten Traeger geschont werden?
Kann eine Infektion erfolgreich behandelt werden, sodass sie ganz weggeht? Oder ist es eine Symptombekaempfung, d.h. der Hamster wird Traeger bleiben?
Welche Rolle spielt Stress bei einer Pilzinfektion? Soll ein erkrankter Hamster moeglichst geschont werden?
Wer hat Erfahrungen/Informationen?
Danke.
Gabrielle
Hallo Gabrielle
Ich persönlich würde nicht wissentlich einen Hamster aufnehmen, der an Pilz erkrankt ist.
Es ist etwas anderes, wenn ein eigener Hamster an Pilz erkranken würde. Dann müsste man entsprechend damit umgehen und behandeln und so.
Ich hatte noch nie einen an Pilz erkrankten Hamster, kenne aber viele dutzend Berichte in diversen Hamsterforen - und ziemlich alle scheinen gemeinsam zu haben, dass es immer wieder zur Rückfällen kommt (wie auch bei Meerschweinchen und anderen Nagern die an Pilz erkrankt sind - auch da hört man immer wieder von Rückfällen).
Pilzerkrankungen sind sehr ansteckend, sowohl für andere Tiere in deinem Haushalt und auch für dich selbst. Schon manch ein Meerihalter (oder auch Katzen- /Hunde-Halter) hat sich schon mit Pilz von seinem Tier angesteckt.
Pilzerkrankungen sind oft Faktorenerkrankungen, das heisst, dass das Immunsystem bereits durch Tumore oder andere Krankheiten geschwächt ist und der Pilz sich so leichter festsetzen/ausbreiten kann. Aber auch gesunde Tiere und auch du können sich anstecken, dazu genügt es, wenn eine Wunde / aufgekratzte Stelle vorliegt, wo die Pilzsporen dran gelangen können.
LG suzie
Mopirelli
13.08.2010, 21:09
Hallo,
ich sehe das nicht ganz so dramatisch wie Suzie.
Die meisten Pilze, die solche Erkrankungen auslösen, findet man ohnehin an jedem Tier, sie werden nur dann durch Krankheitssysmptome für den Halter bemerkbar, wenn der Hamster durch eine Krankheit immungeschwächt ist oder der Pilz so günstige Bedingungen vorfindet, daß er sich stärker als normal vermehren kann - wenn die sog. Sporenlast hoch genug ist, dann können auch prinzipiell gesunde Tiere erkanken.
Im Grundsatz gilt das auch für viele bakterielle Infektionen.
Für meine Haltung bedeutet das konkret, daß ich einen Pilz nur in Fällen behandele, wo er wirklich Auswirkungen hat, soll heißen großflächigen Haarausfall oder sogar baktierelle Sekundärinfektionen sichtbar werden. Ich suche zunächst nach der Ursache für die Mykose, i.d.R. ernste Grunderkrankungen oder mangelhafte Hygiene, sowie Ernährungsmängel - ja, auch meine seit Jahren bewährte Haltung und mein Hygieneregime überprüfe ich dann auf's Neue.
Ich habe aktuell so einen Fall in meiner Obhut, Ivan hat seit Februar oder März immer wieder Symptome einer Dermatomykose, die ich bei einem so alten Tier (aktuell ist er 30 Monate alt) ganz bewußt nicht behandele, um den Körper nicht zusätzlich mit Therapien zu belasten, die ihm auf lange Sicht ihnehin nichts bringen, weil die Grunderkrankung nicht behandelt wird. Ohne Behandlung der Grunderkrankung wird der Pilz nicht dauerhaft zu besiegen sein, das belegen auch viele Haltererfahrungen, die aber zusammen mit ihren Tierärzten einfach aus den gemachten Erfahrungen nichts lernen.
Meine Tierärztin, der ich Ivan vorgestellt habe, ist mit mir da auf einer Linie und kann dieser Argumentation folgen.
Festgestellt haben wir dann Anfang Juni, daß er anscheinend unter Leberzysten, ggfs. auch einer Tumorerkrankung leidet - aktuell geht es ihm aber wieder gut, die Zysten sind nach kurzer Behandlung jetzt für 8 Wochen (!!!) verschwunden, was ein untypischer, aber auch erfreulich guter Erfolg ist. Ivan ist sogar so robust, daß er seine aktuelle Entzündung im Mundraum sehr gut wegsteckt. Mehr dazu werde ich in den nächsten Tagen schreiben, denn das ist hier eher themenfremd.
In Deinem Fall würde ich den Pilz bestimmen lassen und anhand des Ergebnisses (und dem Infektionsgrad) entscheiden, ob ich beide oder nur eines der Tiere aufnehme. Das einzig Nachteilige kann halt sein, daß Du mit dem kranken Hamster mehr Aufwand für die Hygiene treiben und in naher Zukunft mit einer manifesten, ernsten Erkrankung des Hamsters rechnen mußt. Es spricht aus meiner Sicht nichts Grundsätzliches gegen die Haltung eines solchen Tieres, wenn man die o.g. Punkte im Hinterkopf hat.
Lieben Gruß,
Mopi
Gabrielle
13.08.2010, 21:21
Danke fuer eure Meinungen. Sie helfen mir weiter.
Gabrielle
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